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Greenpeace kritisiert spanische Auto-Kaufprämie für Verbrenner

Madrid (dpa) – Greenpeace hat die in Spanien geplanten Kaufprämien auch für Benzin- und Dieselfahrzeuge kritisiert. Aktivisten der Umweltschutzorganisation brachten am Dienstag ein großes Transparent an einem Baukran in der Nähe des Parlaments in Madrid an. «Keine öffentlichen Gelder mehr für verschmutzende Unternehmen», stand auf dem in 50 Metern Höhe über einer der Hauptverkehrsstraßen hängenden Tuch. Benzin- und Dieselantriebe seien eine gescheiterte Technik, die mit dem Klimaschutz unvereinbar sei, kritisierte die Organisation auf ihrer Internetseite.

Die spanische Regierung hat zur Ankurbelung der von der Coronakrise hart getroffenen Autoindustrie ein Hilfspaket im Umfang von 3,75 Milliarden Euro beschlossen. Dabei soll es nicht nur um die Förderung von Elektroautos gehen, für die ein staatlicher Zuschuss von 5000 Euro geplant ist, sondern auch von Fahrzeugen mit herkömmlichen Verbrennermotoren. Dies sei notwendig, um den in Spanien mit durchschnittlich 13 Jahren besonders alten Fuhrpark mit hohen Emissionen zu erneuern und abgasärmere Neuwagen auf die Straße zu bringen, argumentiert die Regierung. Auch die Automobilindustrie hatte sich wie in Deutschland für die Kaufprämie für Verbrenner eingesetzt, jedoch mit mehr Erfolg.

Die Automobilindustrie ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Spaniens. Sie trägt rund zehn Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei und sichert etwa zwei Millionen Arbeitsplätze. Regierungschef Pedro Sánchez hatte die Lage der Automobilbranche wegen der weitgehenden Einstellung der Produktion und eines starken Absatzeinbruchs während der Corona-Krise am Sonntag als «kritisch» bezeichnet.

So musste die VW-Konzernmarke Seat im Mai ein Minus bei den Auslieferungen von 65 Prozent hinnehmen. Sánchez betonte, Ziel der staatlichen Hilfen sei es, die Automobilbranche beim Übergang zu einer «nachhaltigen Mobilität» unterstützend zu begleiten.

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