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«La Vanguardia»: Spanien muss Vertrauen der Europäer gewinnen

Barcelona (dpa) – Die spanische Zeitung «La Vanguardia» befasst sich in einem Kommentar am Samstag mit dem tiefen Graben zwischen Regierung und Opposition in Spanien, einem der Länder, die am stärksten von EU-Finanzhilfen profitieren sollen:

«Die europäischen Institutionen haben schnell gehandelt, um den EU-Ländern zu helfen, die wie Spanien infolge der Coronavirus-Krise ein kompliziertes Krankheitsbild aufweisen. Dieses Mal wäre es wenig sinnvoll, in eine anti-europäische Rhetorik zu verfallen. Obwohl die Hilfen noch nicht genehmigt sind und auch noch der Zustimmung der Parlamente der EU-Länder bedürfen, hat die Verteilung der Beute in Spanien längst begonnen. Es gilt bereits als selbstverständlich, dass es Millionen regnen wird, und niemand macht sich Sorgen hinsichtlich einer späteren Verschuldung.

Die spanische Regierung muss das Vertrauen der übrigen EU-Länder (die ablehnende Haltung der Gruppe der sparsamen Vier ist ja bekannt) und der großen europäischen Organisationen gewinnen. Allerdings gelingt es nicht, dieses Vertrauen, das man von den Europäern erwartet, auch im zu Hause zu gewinnen. Selten war die Uneinigkeit zwischen Regierung und Opposition und einigen der autonomen Regierungen so groß wie derzeit. Das Getöse der Kontroversen dieser letzten Tage ist ohrenbetäubend. Und die Botschaft, die dem Ausland übermittelt wird, scheint nicht die geeignetste zu sein, um Europa von der Ernsthaftigkeit Spaniens zu überzeugen. (…)

Die Exekutive (der regierenden Parteien) PSOE und UP hat Fehler gemacht und kann für einige eklatante Widersprüche kritisiert werden, aber jetzt gibt es keine andere Alternative als den Dialog. Regierung und Opposition sollten gemeinsam über einen Ausweg aus der Krise verhandeln. (…) Mehr denn je müssen Differenzen zurückgestellt, Vereinbarungen getroffen und muss Europa überzeugt werden.»

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