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Durch die Einsamkeit nach Tesejerage

Von Juan Gopar aus geht es in Richtung Süden durch die Berge. Vereinzelt stehen ein paar schöne Häuser wie Pilze in der Landschaft. Ein wunderschöner Platz zum Leben, wenn man die Stille mag. Kein Autoverkehr. Keine S-Bahn, die minütlich vorbeirauscht. Man kann das Summen der Fliegen hören. Widerstandsfähige Fliegen müssen es sein. Wenn man sich mit diesem Stück Erde verbindet, kommt man nur schlecht wieder los.

Los Adejes

Die Einsamkeit hat sogar einen Namen. Ein verfallenes Haus und ein Schild am Ortseingang. Eines Dorfes, das nicht existiert. Alles muss seine Ordnung haben. Es riecht nach Staub, wenn der Wind nachlässt. Der Wind ist ein liebgewonnener Freund an diesem Ort. Eine natürliche Klimaanlage. Vor allem im Sommer.

Nach den Ziegen schauen

Nach ein paar Kilometern nähert man sich Tesejerage. Ein verlorenes Dorf war es noch vor 30 Jahren. Man musste über eine schlechte Schotterstraße fahren, wenn man überhaupt wusste, dass es dort eine Ortschaft gab. Tesejerage liegt am Rande der etwas höheren Berge, die dem Dorf Schutz bieten. Nur vor was? Vor dem Ende der Welt?

Durch die asphaltierte Straße, öffentliches Wasser und öffentlicher Strom wurde der Ort ein kleines Paradies für wenige. Denn ein Mitteleuropäer fährt durch, wenn er Glück hat, sagt: «Och wie schön» und fährt direkt weiter.

Einige wenige haben die Magie dieses Ortes erkannt und haben sich ein schönes Haus gebaut.

Es gibt auch eine kleine Kneipe, wo man sich das wichtigste einkaufen kann. Aber nach Tarajalejo, wo es einen großen Supermarkt gibt, ist es nicht weit. Milch und Käse gibt es bei den Ziegenbauern. Aber es gibt einen Friseur, damit man frisch frisiert in die kleine Kirche gehen kann. Wenn es das Personal Gottes erlaubt.

Es lohnt sich, einen Moment auszuharren. Viellecht schafft man es, sich mit diesem Ort zu verbinden.

Viel Spaß

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