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Auf Wiedersehen Ronald, ein Mann mit Integrität

Abschied. Der letzte Manager der mythischen Buenaventura Bar stirbt im Alter von 69 Jahren. Als Sohn eines kommunistischen Führers war er während der Diktatur ein politischer Gefangener wegen seiner Ideale

Es gibt Menschen, die ihre Spuren hinterlassen, und dafür müssen sie nicht in den Annalen der Geschichte erscheinen. Sie sind bekannt für ihre Handlungen, mehr oder weniger öffentlich, aber auch für etwas weniger Grandioses, anders sein, anders als erlaubt. Möglicherweise ist Letzteres eine der Lektionen, die Ronald Ramírez Martel unwissentlich jedem überließ, der ihn kannte. Jetzt, wo er weg ist, dass er sich von den Nöten des Lebens ausgeruht hat, ist die Qualität, die ihm von denen, die ihn behandelten, am meisten zugeschrieben wird, Integrität. Er war ein Mann der Prinzipien, und er lebte in Kohärenz mit ihnen.

Er wurde 1951 geboren und starb am späten Mittwoch nach einer langen Krankheit. Die Geschichte des pro-demokratischen Aktivismus in diesem Land, seine Freunde und seine Kollegen von der Kommunistischen Partei Spaniens in den grauen Jahren der Diktatur wissen, dass er ein Kämpfer für Demokratie war, für dessen Verteidigung er mehr als einen Schlag erhielt und sogar die bittere Pille schlucken musste, sein Land zu verlassen. Aber für die vielen Teldenser, die sich seines Beitrags zur Freiheit nicht bewusst waren, den heute niemand bestreitet, war Ronald vor allem das letzte freundliche Gesicht des angesehensten Cafés der Stadt, der mythischen Bar Buenaventura in Los Llanos, die 2016 wegen Ruhestand geschlossen wurde.

Sohn eines „Roten“ zu sein, reichte aus, um von der damaligen Polizei geschlagen, gequält oder eingesperrt zu werden. Auch wenn die Jungen erst 10 Jahre alt waren. Einen Apfel in Nachbars Garten pflücken konnte schon ein Tag Knast für Kinder eines „Roten“ bedeuten.

Ronald war ein Kind in Francos Zeiten. Er war gerade mal 24 Jahre alt, als Franco starb. Trotzdem spürte er die harte Hand der Diktatur von Kind an. Und er gehörte zu der Generation, die sich für Demokratie einsetzte. Damals waren sie im ganzen Dorf bekannt und wurden von der Polizei verfolgt. Heute erkennt sie niemand mehr, wenn sie durchs Dorf schlendern.

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